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Birne ‘Alessa’ – attraktiv, lagerfähig, köstlich!

‘Williams’, ‘Alexander Lucas’, ‘Conference’ – dieses Dreigestirn prägt seit Jahrzehnten den Birnenmarkt in Deutschland. Keine Birnensorte war bislang in der Lage, den Marktanteil dieser drei Sorten entscheidend zurück-zudrängen. Alternativen sind mehr gesucht denn je!
Da kommt die erste Birnensorte, die dem Züchtungsprogramm des Bayerischen Obstzentrums entspringt, wie gerufen. Jahrelange strenge Selektionsarbeit mit folgenden Auswahlkriterien hat sich ausgezahlt:

  1. leistungsstark und robust im Feld,
  2. unproblematisch in der Lagerung,
  3. ein Selbstläufer im Verkauf.

All diesen Anforderungen wird ‘Alessa’ gerecht.
Allein aufgrund der roten Deckfarbe kann der Kunde die Frucht von allen anderen Birnen unterscheiden, die auf dem Markt sind. Genießt er dann den ersten Bissen, wird ihm klar, dass bei dieser Birnensorte äußere und innere Werte einander entsprechen. Hartreif gegessen schmeckt sie der Mehrzahl der jungen Konsumenten, vollreif entspricht sie mit ihrem bezaubernden Aroma dem Idealtyp einer klassischen saftigen Birne.
‘Alessa’ ist eine typische Winterbirne: Frisch vom Baum ist sie noch nicht genussreif. Das ist aber nicht problematisch, denn Herbstbirnen gibt es am Markt im Überfluss. Viel wertvoller sind Sorten für die Vermarktungssaison ab Dezember. Dann schlägt die Stunde von ‘Alessa’. Ihre Früchte sind ein echter Hochgenuss. Bei einer Lagerung im Birnenlager halten sie bis Februar, im CA-Lager bis mindestens April. Im CA-Lager können sie auch gemeinsam mit Äpfeln gelagert werden.

Birne ‘Alessa’: attraktiv mit flächig roter Fruchtschale
Birne ‘Alessa’: attraktiv mit flächig roter Fruchtschale

Fakten:

Züchter: Dr. Michael Neumüller, Bayerisches Obstzentrum Hallbergmoos.

Baum: Schwacher Wuchs. Auf Quittenunterlage nur mit Zwischenveredlung. Blütenknospen bevorzugt endständig an mittellangen Trieben. Seitenholz schwach, daher Anschnitt der Seitentriebe bei der Pflanzung und in den ersten Standjahren empfehlenswert. Eng pflanzen.
Ertrag: Früh einsetzend, hoch und sehr regelmäßig, kaum Alternanz. Ausdünnung erforderlich. Blüte nach bisherigen Erfahrungen wenig frostempfindlich.

Blüte: Diploid. Blütezeit spät.

Frucht: Spät bis sehr spät reifend, pflückreif etwa drei Wochen nach ‘Conference’.
80% der Fruchtschale mit roter Deckfarbe. Zur Erntezeit Aufhellung der ursprünglich violetten Deckfarbe.
Winterbirne, daher vom Baum nicht genussreif. Vor der Vermarktung mindestens zwei Wochen ins Kühllager. Am besten nicht vor Mitte November mit der Auslagerung beginnen.
Frucht groß bis sehr groß, bauchig.
Fruchtfleisch feinzellig. Hartreif essbar. Bei Vollreife halbschmelzend, saftig, süß, hoch aromatisch (erinnert an ‘Vereinsdechants’).

Lagerung: Im Kühllager (– 1 °C) bis Mitte Februar lagerfähig.
Im CA-Lager (1,5 % O2, 1,5 % CO2) bis mindestens April haltbar, Langzeitlagerungsversuche werden derzeit durchgeführt.

Krankheitsanfälligkeit: Zur Feuerbrandanfälligkeit liegen noch zu wenige Daten vor, so dass eine belastbare Aussage noch nicht möglich ist. Schorfanfälligkeit gering.

Bewertung: Attraktive, rotschalige Winterbirne mit sehr guten Geschmackseigenschaften. Produktiver Baum.

Birne Alessa: rotschalig, lagerfähig, ertragsreich
Birne Alessa: rotschalig, lagerfähig, ertragsreich